Traumpaar – FSK 18

Daniel von Walther

Ein kleiner Fuchs war einmal bei einer Versammlung eingeschlafen. Daraufhin beschlossen die anderen Tiere ihn kurzerhand zu ermahnen, indem sie seine Fuchsfrau mit einem Handrasierapparat verkuppelten. Jedoch erwachte der kleine, süße Dachs, der ebenso gerne die Augen schloß und Waldtierversammlungen nackt besuchte, ohne jegliches Schamgefühl schnarchte, sowie dabei pausenlos pöbelte. Er sah, dass sich zwischen Handrasierapparat und Fuchsfrau bereits ein Techtelmechtel anbahnte und so seine Chancen, endlich das Herz der Fuchsfrau zu erobern, reduzierten. Wenn er jetzt nichts tun würde, wäre es aus mit der Liebe zwischen Fuchsfrau und Dachs, noch ehe sie entstanden wäre. Gegen den Handrasierapparat, immer und überall perfekt getrimmt, würde er keine Chance haben. Er war mit seinen fünf Jahren nun auch nicht mehr der Jüngste und die Garantieleistung für den Handrasierapparat lief auch noch eine halbe Ewigkeit.

 

Also beschloß er, seine Chance zu nutzen. Bewegte sich plump, wie das eben nur so geht als Dachs, auf die Fuchsfrau zu, bis er – nackt wie der Waldgeist ihn schuf – vor ihr stand. In diesem Moment fiel ihm auf, dass er vergessen hatte sich zu überlegen, was er sagen wollte. So stand er da. Sie guckte fragend, die Krupp-Klingen des Handrasierapparats grinsten ihn gewinnend an.

 

„Dachshaar? Von gestern!“, provozierte ihn der Handrasierapparat und auf einmal wusste der Dachs, was er sagen sollte, denn pöbeln – das konnte er.
Ach, du weißt doch gar nicht, was gut ist. Dein schamloses, blank poliertes Etwas ist doch nichts weiter als eine völlig seelenlose Leinwand.“
„Was weißt du denn schon von Leinwänden mit deinen alles einnehmenden Borsten?“

 

Die Fuchsfrau stand beschämt daneben, wandte sich alsbald ab und ohne Publikum verloren auch Dachs und Handrasierapparat die Lust sich weiter anzupöbeln.

 

Und wenn der kleine Fuchs nicht gestorben ist, dann schläft er noch heute.


Entstanden in Zusammenarbeit mit zwei Ghostwriterinnen.