Schwanger im Zoo

Leuchtende Augen blicken hier auf mich
Heute greifen die Arme nicht durch Gitter
Denn mein Bauch steht hier im Rampenlicht
Auf den Wegen außerhalb der Gatter

Die Affen blicken eifersüchtig
Können es nur kaum ertragen
Ihnen gelten Blicke nur noch flüchtig
Wollen ihre Klauen in mich jagen

Es ist ein Starren und Begaffen
Besucher nähern sich mir Schritt für Schritt
Heute wollen sie mich anfassen
Und ich hab nur Hormone und kein Gift

Bevor sie mich noch gierig fragen
Greifen mir ihre Klauen bereits nach
Ich höre sie noch sabbernd sagen
„Das ist so schön! So rund! Darf ich mal? Ja?“

„Nein!“, das dürfen sie natürlich nicht
Nehmt bloß eure dreckigen Finger weg
Streckt sie zu den Affen, die freuen sich
Beißen aus Rache einen Finger ab

Licht besser

Ein Licht, ein Licht, sieh nur ein Licht
Ach nein, ach nein, ein Licht ist es nicht
Besser, besser und noch viel mehr als das
So Schön, so schön zu sehen ist was
Ich seh, ich seh mehr als ein Licht
Ach ja, ach ja, verwechselt hab ich dich

Glanz und Gloria

Das ehemalige Gästehaus Schloss Schönhausen.
1968 wurde das vierstöckige Gebäude gebaut, um als Gästehaus für das Schloss Schönhausen zu dienen.
Staatsgäste der DDR wohnten im wenige Meter entfernten Schloss.
Die Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal von Gästen wie Fidel Castro, Indira Gandhi, Willy Brandt und Michail Gorbatschow kamen hingegen im Gästehaus unter.
Namhafte Künstler wurden von der DDR engagiert, um das Gebäude repräsentativ zu gestalten.
Glaswände im Inneren und getönte Scheiben sollten das Gebäude weltoffen wirken lassen. Hinzu kamen auch noch Restaurants, Bars und eine große Empfangshalle.
Empfänge, Konferenzen und Filmvorführungen füllten das Programm des Gästehauses
Nach der Wende fungierte das Haus noch bis 1995 als Hotel, bevor es den Prozess des Verfalls antrat.
Der Zahn der Zeit und ungebetene Gäste wie Kupferpiraten haben ihre Spuren in dem denkmalgeschützten Haus hinterlassen.

Traumpaar – FSK 18

Ein kleiner Fuchs war einmal bei einer Versammlung eingeschlafen. Daraufhin beschlossen die anderen Tiere ihn kurzerhand zu ermahnen, indem sie seine Fuchsfrau mit einem Handrasierapparat verkuppelten. Jedoch erwachte der kleine, süße Dachs, der ebenso gerne die Augen schloß und Waldtierversammlungen nackt besuchte, ohne jegliches Schamgefühl schnarchte, sowie dabei pausenlos pöbelte. Er sah, dass sich zwischen Handrasierapparat und Fuchsfrau bereits ein Techtelmechtel anbahnte und so seine Chancen, endlich das Herz der Fuchsfrau zu erobern, reduzierten. Wenn er jetzt nichts tun würde, wäre es aus mit der Liebe zwischen Fuchsfrau und Dachs, noch ehe sie entstanden wäre. Gegen den Handrasierapparat, immer und überall perfekt getrimmt, würde er keine Chance haben. Er war mit seinen fünf Jahren nun auch nicht mehr der Jüngste und die Garantieleistung für den Handrasierapparat lief auch noch eine halbe Ewigkeit.

 

Also beschloß er, seine Chance zu nutzen. Bewegte sich plump, wie das eben nur so geht als Dachs, auf die Fuchsfrau zu, bis er – nackt wie der Waldgeist ihn schuf – vor ihr stand. In diesem Moment fiel ihm auf, dass er vergessen hatte sich zu überlegen, was er sagen wollte. So stand er da. Sie guckte fragend, die Krupp-Klingen des Handrasierapparats grinsten ihn gewinnend an.

 

„Dachshaar? Von gestern!“, provozierte ihn der Handrasierapparat und auf einmal wusste der Dachs, was er sagen sollte, denn pöbeln – das konnte er.
Ach, du weißt doch gar nicht, was gut ist. Dein schamloses, blank poliertes Etwas ist doch nichts weiter als eine völlig seelenlose Leinwand.“
„Was weißt du denn schon von Leinwänden mit deinen alles einnehmenden Borsten?“

 

Die Fuchsfrau stand beschämt daneben, wandte sich alsbald ab und ohne Publikum verloren auch Dachs und Handrasierapparat die Lust sich weiter anzupöbeln.

 

Und wenn der kleine Fuchs nicht gestorben ist, dann schläft er noch heute.


Entstanden in Zusammenarbeit mit zwei Ghostwriterinnen.