Glanz und Gloria

Das ehemalige Gästehaus Schloss Schönhausen.
1968 wurde das vierstöckige Gebäude gebaut, um als Gästehaus für das Schloss Schönhausen zu dienen.
Staatsgäste der DDR wohnten im wenige Meter entfernten Schloss.
Die Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal von Gästen wie Fidel Castro, Indira Gandhi, Willy Brandt und Michail Gorbatschow kamen hingegen im Gästehaus unter.
Namhafte Künstler wurden von der DDR engagiert, um das Gebäude repräsentativ zu gestalten.
Glaswände im Inneren und getönte Scheiben sollten das Gebäude weltoffen wirken lassen. Hinzu kamen auch noch Restaurants, Bars und eine große Empfangshalle.
Empfänge, Konferenzen und Filmvorführungen füllten das Programm des Gästehauses
Nach der Wende fungierte das Haus noch bis 1995 als Hotel, bevor es den Prozess des Verfalls antrat.
Der Zahn der Zeit und ungebetene Gäste wie Kupferpiraten haben ihre Spuren in dem denkmalgeschützten Haus hinterlassen.

Traumpaar – FSK 18

Ein kleiner Fuchs war einmal bei einer Versammlung eingeschlafen. Daraufhin beschlossen die anderen Tiere ihn kurzerhand zu ermahnen, indem sie seine Fuchsfrau mit einem Handrasierapparat verkuppelten. Jedoch erwachte der kleine, süße Dachs, der ebenso gerne die Augen schloß und Waldtierversammlungen nackt besuchte, ohne jegliches Schamgefühl schnarchte, sowie dabei pausenlos pöbelte. Er sah, dass sich zwischen Handrasierapparat und Fuchsfrau bereits ein Techtelmechtel anbahnte und so seine Chancen, endlich das Herz der Fuchsfrau zu erobern, reduzierten. Wenn er jetzt nichts tun würde, wäre es aus mit der Liebe zwischen Fuchsfrau und Dachs, noch ehe sie entstanden wäre. Gegen den Handrasierapparat, immer und überall perfekt getrimmt, würde er keine Chance haben. Er war mit seinen fünf Jahren nun auch nicht mehr der Jüngste und die Garantieleistung für den Handrasierapparat lief auch noch eine halbe Ewigkeit.

 

Also beschloß er, seine Chance zu nutzen. Bewegte sich plump, wie das eben nur so geht als Dachs, auf die Fuchsfrau zu, bis er – nackt wie der Waldgeist ihn schuf – vor ihr stand. In diesem Moment fiel ihm auf, dass er vergessen hatte sich zu überlegen, was er sagen wollte. So stand er da. Sie guckte fragend, die Krupp-Klingen des Handrasierapparats grinsten ihn gewinnend an.

 

„Dachshaar? Von gestern!“, provozierte ihn der Handrasierapparat und auf einmal wusste der Dachs, was er sagen sollte, denn pöbeln – das konnte er.
Ach, du weißt doch gar nicht, was gut ist. Dein schamloses, blank poliertes Etwas ist doch nichts weiter als eine völlig seelenlose Leinwand.“
„Was weißt du denn schon von Leinwänden mit deinen alles einnehmenden Borsten?“

 

Die Fuchsfrau stand beschämt daneben, wandte sich alsbald ab und ohne Publikum verloren auch Dachs und Handrasierapparat die Lust sich weiter anzupöbeln.

 

Und wenn der kleine Fuchs nicht gestorben ist, dann schläft er noch heute.


Entstanden in Zusammenarbeit mit zwei Ghostwriterinnen.

Verbandelt

Eigentlich hatte ich mir nichts dabei gedacht. Ein Gefallen. Eine gute Tat. Mehr nicht. Nicht mehr wollte wohl auch Toni nicht in diesem ersten Moment. Aber wie das so ist, kommt dann eines zum anderen. Toni erzählte seinem Onkel davon, der auch gleich einen alten Geschäftspartner kannte, der auch einen Gefallen benötigte. Klar, dass das nur im Voraus wäre und wenn das Geschäft erst liefe, so sagte er, würde es sich für mich auch bezahlt machen. Nun: Das Geschäft lief scheinbar nie. Dafür erzählte der Geschäftspartner wiederum anderen von meinem Gefallen, die einfach auch darauf hofften, dass mein gutes Wesen auch bei Ihnen helfen könnte und so tat ich auch für diese einen Gefallen, was sich letztendlich auch als vorteilhaft erwies, denn die Tochter eines der Geschäftsfreunde des alten Geschäftspartners von Tonis Onkel, die ich bei einem Termin in dessen rustikalen Geschäftsräumen kennenlernte, wurde alsbald meine Lebensabschnittsgefährtin. Dieser Abschnitt war nicht lang, aber intensiv. Wodurch er zu Ende ging, konnte ich nicht ganz erklären. Es verlebte sich. Aus meiner Sicht. Aber aus Luisas Sicht war ich Schuld. Alleinig. Und da ich eigentlich auch niemanden von ihren Leuten oder den Geschäftspartnern ihres Vaters kannte, um meine Sicht der Dinge zu schildern, kam auch bald ein Anruf vom Geschäftsfreund des alten Geschäftspartners von Tonis Onkel, der das alles nicht in Ordnung fand, was ich da Luisa angetan hatte. Wie auch immer, sagte er nach meiner Schilderung, sieht er da die Möglichkeit Gras über die Sache wachsen zu lassen, wenn ich denn bereit wäre, einem Freund einen Gefallen zu tun.

 

Der Freund, ein Mann, der offiziell in Versicherungen machte, sagte mir auch gleich im ersten Gespräch, dass er ja so froh sei, dass der Geschäftsfreund des alten Geschäftspartners von Tonis Onkel, also Luisas Vater, ihm den Gefallen tun würde, sich für das was ich für ihn tuen würde, erkenntlich zu zeigen. Eigentlich, dachte ich, könnte ich mich einfach nicht mehr melden, aber ich hatte Luisas Verwandtschaft gesehen und wollte diesen einen letzten Gefallen dann noch erfüllen. Was sollte schon passieren?

 

Nun, scheinbar empfahl ich mich mit meiner Gründlichkeit für weitere Aufgaben. Der Freund von Luisas Vater kannte da einen, der hatte ein paar Probleme mit jemandem und die könnten gelöst werden, wenn ich ihm doch einen Gefallen tun würde. Ich lehnte ab, doch Luisas Bruder überzeugte mich bei einer Tasse Kaffee, doch noch diesen einen Gefallen zu tun. Der, für den ich diesen Gefallen tat, lernte ich nie kennen, aber dafür einige andere. Hünenhafte Gestalten, die für ihn ebenfalls Gefallen taten und die mir Briefe mit weiterem Material für den Gefallen brachten, oder die Briefe mit den meinerseits gewonnenen Erkenntnissen mitnahmen. Auch hier schien ich der Mann für kleine Gefallen zu sein, und tat den Hünen, den scheinbar festen Mitarbeitern des Bekannten des Freundes von Luisas Vater, den ein oder anderen Gefallen. Freizügige Bilder der Schwester aus dem Netz entfernen und vorher herausfinden, wo der Rechner stand, von dem die Bilder ins Netz gestellt wurden. Kleinere Sachen halt. Und oft bedankten sich die Schwestern auch noch bei mir, sodass es hier sogar mal Belohnungen gab, die nicht monetärer Art waren. Monetär war sowieso nicht mehr das Problem, da in den Briefen, die mir die Hünen brachten, auch immer noch Geld war, womit ich nun gemütlich über die Runden kam.

 

Allerdings hätte ich von dem Geld wohl etwas zurücklegen sollen, denn meine Ausgaben stiegen erheblich in die Höhe, als ich eines Tages mich gezwungen sah, meine Wohnung zu renovieren. Gesehen hatte ich sie nicht, die meine Wohnung auseinander nahmen, aber ich sollte sie – wahrscheinlich aber nur Kollegen von ihnen – bald kennenlernen, als sie mich persönlich in der renovierten Wohnung antrafen, an meinen Sessel fesselten und fragten, was mir denn einfiele und für wen ich diese Gefallen täte. Die Beschreibung, dass es ein Bekannter des Freundes des Geschäftsfreundes des alten Geschäftspartners von Tonis Onkel war, reichte ihnen aber nicht aus, um mich loszubinden, sodass ich nun auch gezwungen war, für sie Erkundigungen einzuholen, die wesentlich unverhohlener formuliert waren als die, die ich sonst so bekam.

 

Und auch von der mit meinen Erkundigungen erlangten Beute bekam ich nichts zu sehen, als sie mich nach dem erfolgreichen Coup besuchen kamen, um mich um einen weiteren Gefallen zu bitten. Meine Arbeit an diesem Gefallen wurde allerdings jäh unterbrochen, als eine Spezialeinheit der Polizei meine Tür sprengte, mich mitsamt meines Stuhles auf den Boden warf, mich noch über meine Rechte aufklärte und dann in eine kleine Zelle im Keller des städtischen Polizeireviers warf. Allerdings – irgendwie tat mir der Kommissar bei dem erkenntnisfreien Verhör leid – war ich wohl nicht so die Hilfe dabei, den Namen des Bekannten des Freundes von Luisas Vater, herauszufinden.

 

So wurde mir gestattet in meine – noch nicht wieder erneut renovierte – Wohnung zurückzukehren, um dort im Auftrag der Polizei mehr über die Identität derer, für die ich Gefallen tat, herauszubekommen. Meine notdürftig verbarrikadierte Tür sorgte für einige Erheiterung beim Besuch der Hünen, die mit mir meine Entlassung aus der Untersuchungshaft feiern wollten. Doch das Gejohle der Kollegen von denen, die der Grund für die erste Wohnungsrenovierung waren, die ebenfalls zu Besuch kamen, ließ die Feierlaune schlagartig gefrieren und sorgte für hektische Wortgefechte in meiner Wohnung, welche ein Ende fand, als auch noch die Spezialeinheit der Polizei wieder zu Besuch kam, die das Treffen von Hünen und Wohnungsdemoliererkollegen nutzen wollte, um nützlichere Zeugen zu finden um die Identität des Bekannten des Freundes des Geschäftsfreundes des Geschäftspartners von Tonis Onkel herauszufinden.

 

Zu meinem Nachteil stolperte ein Mitglied der Spezialeinheit über ein Brett, das vor wenigen Minuten noch die Tür verbarrikadierte und löste einen Schuss aus, der auch alle anderen für mich überraschenderweise bewaffneten Personen im Raum dazu veranlasste zu schießen. Was mich da traf, und aus wessen Waffe es genau kam, kann ich gar nicht sagen. Nur, dass es ein glatter Treffer genau zwischen die Augen war, der mich sofort tötete. Das hatte allerdings auch was Gutes: Ab jetzt keine Gefallen mehr!

Pluto ist jetzt kein Planet mehr

„Hallo Pluto. Schön, dass du kommen konntest. Nimm dir ‘nen Keks. Setz dich. Wir haben dir was Wichtiges mitzuteilen.“, begann Jupiter.

 

Dort saßen sie. Als Achtergestirn aufgereiht starrten sie mich an. Manche grimmig – insbesondere Mars – andere mitleidig. Ich war ja schon immer etwas der Sonderling – der Außenseiter – gewesen. Meine Bahn lag nicht grad in der besten Gegend und groß gewachsen war ich auch nicht. Aber in diesem Moment vor den anderen acht spürte ich noch deutlicher als sonst, dass ich nicht dazu gehörte. Ich auf der einen Seite, die Anderen auf der gegenüberliegenden Kante des Tisches. Und eine beunruhigende Stille lag im Raum. Kein kleinstes Geräusch störte die Stille.

 

„Nun.“, setzte Jupiter fort: „Vielleicht hast du es ja schon geahnt. Es gab ja auch schon Gerüchte…“

 

Dies trug er mit einer inneren Ruhe vor, wie sie nur Jupiter beherrscht. Großväterlich und über Allem erhaben. Im Grunde konnte jetzt noch alles passieren. Zumindest ich konnte nicht einschätzen, ob es nun die schlechte Nachricht gab, die ich befürchtete oder die gute, die ich erhoffte.

 

„Du sollst wissen, dass uns die Entscheidung nicht leicht gefallen ist.“, unterstützte Saturn Jupiter. „Wir haben wirklich lange überlegt und wirklich alle Argumente abgewogen.“
„Und einstimmig war es auch nicht.“, warf Merkur ein.

 

Merkur war immer nett zu mir gewesen. Sie war ebenfalls nicht gerade groß geraten und fühlte sich daher wohl auch mit mir verbunden. Sie war es, die am häufigsten mal vorbeikam, sodass man sich kurz unterhalten konnte. Und das obwohl sie von allen anderen Planeten am weitesten von mir weg kreiste. Wohingegen ich meinen Nachbarn Neptun fast nie zu sehen bekam. Der saß auch jetzt da, als wäre er gezwungen geworden, an dieser Sitzung teilzunehmen.

 

„Nun, wir wollen uns doch jetzt hier nicht gegeneinander ausspielen.“, versuchte Jupiter die Situation sofort zu beruhigen.
„Ich fände es aber schon gut, wenn wir Pluto nicht so allein lassen in dieser Situation.“, wandte Merkur ein.
„Das tun wir ja nicht.“, sagte Uranus. „Wir haben doch eine Lösung gefunden, wo am Ende keiner allein steht.“
Wir brauchen doch jetzt hier nicht weiterdiskutieren.“, wollte Mars die Diskussion abbrechen. „Die Entscheidung wurde gefällt und damit Basta. Und wenn Merkur das nicht akzeptiert, dann ist sie die Nächste!„

 

Das saß. Auf einmal war es still. Merkur hatte es kurz die Sprache verschlagen doch dann konterte sie:

 

„Ach, wollen wir jetzt auf diesem Niveau streiten, ja? Warum bist du dann nicht der Nächste? Immerhin hat Pluto sogar einen Mond mehr als du.“
„Ja oder Erde. Die hat sich Parasiten eingefangen und irgendwann springen die noch auf uns über. Die könnte uns noch alle gefährden. Da hab ich wirklich Angst und das finde ich viel wichtiger als irgendwelche Monde.“, ergänzte Venus.
„Wahrscheinlich, weil du selber nicht mal nur einen Mond hast.“, ließ sich Mars provozieren, aber noch ehe ein offener Streit entbrennen konnte, schritt Jupiter ein:
„Schluss jetzt. Wir werden uns hier nicht selbst zerlegen. Schließlich sind wir doch ein Sonnensystem. Und werden als solches auch in Zukunft noch zusammenhalten müssen.“
„Und was ist nun?“, fragte ich, der zwar ahnte, was nun kommen würde aber dem noch Gewissheit fehlte.

 

Jupiter hielt kurz inne und brachte so wieder die bedeutsame Stille in den Raum.

 

Nun, Pluto – und das sage ich dir jetzt als Freund – wir haben uns entschieden, …“ Pause. „… dass du nicht weiter als Planet gezählt wirst.“

 

Stille. Alle starrten gebannt auf mich und warteten auf eine Reaktion. Eigentlich hatte ich damit ja schon gerechnet. Aber jetzt war es Gewissheit. Noch nicht mal ein halbes Jahr war ich dabei gewesen. Und jetzt schon wieder ausgeschlossen. Dabei war ich eigentlich friedlich. Hatte nie jemandem was getan. Warum also? Warum nur? Warum jetzt?

 

„Warum?“

 

Die anderen acht zuckten bei der Frage zusammen. Selbst Jupiter schien nicht auf diese Frage antworten zu wollen. Alle hofften, dass ein andereranfing meine Frage zu beantworten. Schließlich begann dann doch Jupiter:

 

„Nun. Zuallererst mal. Also ich will nicht sagen, dass du zu klein bist. Du bist so für dich wirklich genau richtig. Aber eben…“ Er hielt kurz inne und überlegte, wie er es am schonendsten formulieren könnte. „… du bist nicht groß genug.“
„Aber ihr hattet bei meiner Entdeckung gesagt, dass das nicht so wichtig sei.“, antwortete ich. Ich hatte noch nicht gänzlich aufgegeben.
Merkur sprang mir zur Seite: „Ja, scheinbar kommt es hier einigen doch auf die Größe an. So was fällt denen dann immer erst hinterher ein.“
„Ach, als ob es nur die Größe wäre. Vorallem auch deine Unselbstständigkeit. Diese doppelt gebundene Rotation mit deinem Mond da. Also. Schön und gut. Wenn du meinst, das sei gut, dann kannst du das ja gerne machen. Aber bitte nicht als Planet. Wir haben als Planeten auch eine gewisse Vorbildfunktion. Da können wir uns solche Spielchen nicht erlauben.“, ergänzte Mars meinen Ausschlussgrund.

 

Wieder war es still. Ich wusste auch nichts mehr zu antworten auf diese Forderungen. Eigentlich wussten sie das ja alles schon vor meiner Aufnahme bei den Planeten. Nun auf einmal störten sie sich daran.

 

„Aber wir möchten dich auch nicht alleine lassen.“, fuhr Jupiter fort. „Wir haben uns etwas überlegt und eine neue Klasse geschaffen. Dort finden Zwergplaneten wie du eine Heimat. Und wir haben diese auch nach dir benannt. Plutoide.“
Ich wäre aber lieber bei euch als eine eigene Klasse.“, versuchte ich noch etwas zu retten.
„So haben wir uns nun aber entschieden.“, ergriff Saturn das Wort. „Wir verstehen ja, dass dich das jetzt traurig macht aber eigentlich ändert sich ja auch nichts. Wir sind ja weiterhin ein Sonnensystem.“
„Ich werd dich auch weiterhin so oft wie möglich besuchen.“, ergänzte Merkur. „Ich lass dich schon nicht allein.“

 

Mars verdrehte bei diesen Worten die Augen und änderte gleich mal seine Rotationsachse. Besser so, als wenn er wieder lospolterte, dachte ich mir. Ich sah für mich ein, dass es hier nichts mehr zu gewinnen gab. Ein Zwergplanet, ein Plutoid war ich nun offiziell. Gefallen tat mir das nicht.

 

„Also, wenn du keine weiteren Fragen hast, Pluto, dann würde ich die Sitzung schließen.“, bemühte Jupiter sich, die Sitzung zu einem Ende zu bringen.
„Nein, keine Fragen mehr.“, antwortete ich.
Gut, dann schließe ich die Sitzung und wünsche allen noch einen schönen Resttag, wie lange der auch jeweils dauern möge.“
„Sehr gut. Endlich Schluss hier.“, grummelte Neptun und verzog sich sogleich.
„Warte noch, ich komm noch ein paar Astronomische Einheiten mit.“, stürzte Uranus ihm hinterher.

 

Nachdem sich auch die anderen verabschiedet hatten und auch Merkur mir als Letzte noch Auf Wiedersehen gesagt hatte, stand ich allein so da und fühlte mich wie der einsamste Körper im gesamten Universum. Kein Planet mehr. Von jetzt auf eben. Einfach so, durch einen Beschluss, der ohne mich gefällt wurde. Dabei fühlte ich mich doch als vollwertiger Planet und nicht nur wie ein „Plutoid“. Und überhaupt: Wer waren die anderen, mit denen ich nun diese neue Klasse bilden sollte? Irgendwelche Winzlinge wahrscheinlich, die sich irgendwo in den Weiten des Alls verloren haben und nun verzweifelt zusammengekratzt wurden, um mir eine neue Kategorie zuteilen zu können. Vielleicht sollte ich es positiv sehen. Immerhin war ich ein paar Tage lang richtiger Planet. Aber geblieben wäre ich es trotzdem gerne. Hätte doch auch keinem geschadet. Oder?