Wohnen

Und gegenüber wohnte Melanie
Sie und ihr wunderschönes Haar
Doch angesprochen habe ich sie nie
Dann zog sie weg und war nie mehr da

Später wohnte ich neben Annegret
Sie sah gut aus, lächelte viel
Als ich bereit war war’s zu spät
Sprach sie nie an und war allein mit mir

Unter mir wohnte lang die Anne
Ihr Lachen im Flur ein fröhliches Fest
Doch dann der Wasserschaden ihrer Wanne
Sie zog aus, noch eine die mich alleine lässt

Und dann sprach mich der Dietmar an
Von Parterre, ein wirklich hübscher Mann
Jetzt wohnen wir nicht mehr Wand an Wand
Sondern leben täglich Hand in Hand

Nicht mal drei Akkorde

Nein du bist nicht wunderbar
Du bist eher sonderbar

Ich will dir ja schon lange sagen
Ich will mich nicht mehr mit dir plagen
Dein Gehabe und dein Getue
Lass mich bitte jetzt in Ruhe
Ich schreibe dir noch ein letztes Lied
Kein Liebeslied sondern Abschied
Geb mir dabei keine Mühe
Denn das wäre ja nur noch Lüge

Für dich hab ich nicht mal drei Akkorde
Vom Nötigsten nur das Allernötige
A Moll und das passende C
Passt, reicht, bitte, bitte geh

Reime fressen sich hier förmlich auf
Plumpe Bilder sind es dazu auch
Ein Metrum hier ist mir  ganz egal
Für dich, die mir das Herze stahl
Entwickeln wird sich der Text nicht mehr
Dreht sich um das Selbe hin und her
Du bist schlecht und hast nur schlecht verdient
Dramatisch klänge jetzt was mit „vermint“

Für dich hab ich nicht mal drei Akkorde
Vom Nötigsten nur das Allernötige
A Moll und das passende C
Passt, reicht, bitte, bitte geh

Auch der Videoclip wird nicht toll
Er ist wie du – er ist oll
Setz mich einfach vor die Kamera
Keine Story und kein Tata
Muss ich die Stimme nachvertonen
Ist das im völlig Unsynchronen
Denn du hast keine Mühe verdient
Den Weg zu meinem Herzen hab ich für dich vermint

Für dich hab ich nicht mal drei Akkorde
Vom Nötigsten nur das Allernötige
A Moll und das passende C
Passt, reicht, bitte, bitte geh

Und nun kommt eigentlich ein Kniff
Denn nun sind wir in der Bridge
Die Wendung, warum dies Lied
Nein, nein, nicht für dich

Für dich hab ich nicht mal drei Akkorde
Vom Nötigsten nur das Allernötige
A Moll und das passende C
Passt, reicht, bitte, bitte geh

Verliebt

Ich frag mich
Wie war es denn ohne dich
Irgendwie ging es doch damals auch
Nur heute geht’s nicht mehr
Und ich weiß nicht
Ob das so gut ist wie es sich anfühlt
Ich fürchte, ich befürchte
Ich hab mich in dich verliebt

Ich frag mich
Wohin das noch führen soll
Das was wir miteinander haben
Reicht mir bald nicht mehr
Und ich weiß nicht
Ob es uns gut tut, wenn wir weiter gehn
Ich fürchte, es wäre besser
Ich hätt‘ mich niemals verliebt

Du fragst mich
Was denn los sei, ich sei so still
Und ich weiß nicht
Hast du dich auch in mich verliebt?

Schwanger im Zoo

Leuchtende Augen blicken hier auf mich
Heute greifen die Arme nicht durch Gitter
Denn mein Bauch steht hier im Rampenlicht
Auf den Wegen außerhalb der Gatter

Die Affen blicken eifersüchtig
Können es nur kaum ertragen
Ihnen gelten Blicke nur noch flüchtig
Wollen ihre Klauen in mich jagen

Es ist ein Starren und Begaffen
Besucher nähern sich mir Schritt für Schritt
Heute wollen sie mich anfassen
Und ich hab nur Hormone und kein Gift

Bevor sie mich noch gierig fragen
Greifen mir ihre Klauen bereits nach
Ich höre sie noch sabbernd sagen
„Das ist so schön! So rund! Darf ich mal? Ja?“

„Nein!“, das dürfen sie natürlich nicht
Nehmt bloß eure dreckigen Finger weg
Streckt sie zu den Affen, die freuen sich
Beißen aus Rache einen Finger ab