Verliebt

Ich frag mich
Wie war es denn ohne dich
Irgendwie ging es doch damals auch
Nur heute geht’s nicht mehr
Und ich weiß nicht
Ob das so gut ist wie es sich anfühlt
Ich fürchte, ich befürchte
Ich hab mich in dich verliebt

Ich frag mich
Wohin das noch führen soll
Das was wir miteinander haben
Reicht mir bald nicht mehr
Und ich weiß nicht
Ob es uns gut tut, wenn wir weiter gehn
Ich fürchte, es wäre besser
Ich hätt‘ mich niemals verliebt

Du fragst mich
Was denn los sei, ich sei so still
Und ich weiß nicht
Hast du dich auch in mich verliebt?

Schwanger im Zoo

Leuchtende Augen blicken hier auf mich
Heute greifen die Arme nicht durch Gitter
Denn mein Bauch steht hier im Rampenlicht
Auf den Wegen außerhalb der Gatter

Die Affen blicken eifersüchtig
Können es nur kaum ertragen
Ihnen gelten Blicke nur noch flüchtig
Wollen ihre Klauen in mich jagen

Es ist ein Starren und Begaffen
Besucher nähern sich mir Schritt für Schritt
Heute wollen sie mich anfassen
Und ich hab nur Hormone und kein Gift

Bevor sie mich noch gierig fragen
Greifen mir ihre Klauen bereits nach
Ich höre sie noch sabbernd sagen
„Das ist so schön! So rund! Darf ich mal? Ja?“

„Nein!“, das dürfen sie natürlich nicht
Nehmt bloß eure dreckigen Finger weg
Streckt sie zu den Affen, die freuen sich
Beißen aus Rache einen Finger ab

Licht besser

Ein Licht, ein Licht, sieh nur ein Licht
Ach nein, ach nein, ein Licht ist es nicht
Besser, besser und noch viel mehr als das
So Schön, so schön zu sehen ist was
Ich seh, ich seh mehr als ein Licht
Ach ja, ach ja, verwechselt hab ich dich

Glanz und Gloria

Das ehemalige Gästehaus Schloss Schönhausen.
1968 wurde das vierstöckige Gebäude gebaut, um als Gästehaus für das Schloss Schönhausen zu dienen.
Staatsgäste der DDR wohnten im wenige Meter entfernten Schloss.
Die Mitarbeiter und das Sicherheitspersonal von Gästen wie Fidel Castro, Indira Gandhi, Willy Brandt und Michail Gorbatschow kamen hingegen im Gästehaus unter.
Namhafte Künstler wurden von der DDR engagiert, um das Gebäude repräsentativ zu gestalten.
Glaswände im Inneren und getönte Scheiben sollten das Gebäude weltoffen wirken lassen. Hinzu kamen auch noch Restaurants, Bars und eine große Empfangshalle.
Empfänge, Konferenzen und Filmvorführungen füllten das Programm des Gästehauses
Nach der Wende fungierte das Haus noch bis 1995 als Hotel, bevor es den Prozess des Verfalls antrat.
Der Zahn der Zeit und ungebetene Gäste wie Kupferpiraten haben ihre Spuren in dem denkmalgeschützten Haus hinterlassen.